Das „Kettenblatt“ an einem Fahrrad ist eine Zahnscheibe, die mit der Tretkurbel zur Betätigung des Kettenantriebs fest verbunden ist.
Das Material, aus dem das Kettenblatt gefertigt ist, sowohl seine Form als auch die Anzahl seiner Zähne richtet sich nach den Erfordernissen und den Anforderungen, die an den jeweiligen Fahrradtyp gestellt werden. Sehr spezielle Kettenblätter werden auf Tretkurbeln montiert, wenn wie im Radsport besondere Ansprüche an die Kettenblätter gestellt werden. So fahren Sprinter mit anderen Kettenblättern als „Rouleurs“ oder die leichtgewichtigen „Kletterer“; ebenso unterschiedlich sind die Bedingungen, die an Kettenblätter von Cross- und Jumpbikern, Triathleten oder Bahnradsportler gestellt werden. Das besondere Augenmerk der Fahrer und Mechaniker gilt dabei der Übersetzung vom Kettenblatt zu den Zahnritzeln am Hinterrad.
Die Qualität und die Konstruktion eines Kettenblatts sind zunächst abhängig vom Fahrradtyp. Als Material für die Fertigung dient Stahl für Kinder-, Tourenräder oder Citybikes, Aluminiumlegierungen für Trekking- und Sporträder, bisweilen Titan für Rennräder und Räder von Gewichtsfetischisten.
Tourenräder und Citybikes verfügen in der Regel nur über ein Kettenblatt. Den Komfort einer Übersetzung ermöglicht dabei eine Naben- bzw. Achsschaltung im Hinterrad.
Bei im Preis anspruchsvolleren Touren- als auch Trekkingrädern wird als Gangschaltung die Kettenschaltung gewählt. Dies erbringt eine Gewichtsersparnis und eine größere Variabilität in der Schaltbreite, d.h. in den Schaltmöglichkeiten, außerdem ist eine Kettenschaltung im Vergleich zu einer Nabenschaltung wartungsärmer.
Besonders bei Mountainbikes und Rennrädern kommen Tretkurbeln mit zwei oder drei Kettenblättern zum Einsatz. Diese Kettenblätter verfügen auch über so genannte „Steighilfen“, über Kerben und Stifte, die beim Schalten zusammen mit dem „Umwerfer“ helfen, die Kette vom kleineren zum nächst größeren Kettenblatt „zu heben“.
Zwar mag die technische Entwicklung von Kettenblättern im Zusammenhang mit den an sie gestellten Aufgaben an ein Ende gekommen sein – Innovationen gibt es jedenfalls in der Schalttechnik, so dass eines Tages auch Rennradfahrer vielleicht mit nur einen Kettenblatt auskommen können.